Don Kosaken und Musik
Der Name „Don Kosaken“ gibt bereits Auskunft über die Herkunft dieser ganz besonderen Menschen: Die Ufer des Don sind die Heimat der Kosaken
und die Wiege einer großen musikalischen Tradition, deren Geschichte mehr als 500 Jahre zurückreicht. Wenn auch heute Donkosaken und Musik untrennbar miteinander verbunden zu sein scheinen, so waren die eigentlichen Namensgeber nicht nur musisch veranlagt. Als „freie Krieger“, wie Kosaken übersetzt heißt, lebte, siedelte und kämpfte das legendäre Reitervolk im 15. Jahrhundert am Don, aber auch am Schwarzen Meer, in Sibirien und an der Wolga. Schriftliche Überlieferungen des Volkes gibt es allerdings nur durch das Liedgut. Rund 4000 Gesänge geben Zeugnis vom Leben und Leiden des Reitervolks.
Innerhalb des zurückliegenden halben Jahrtausends bekamen die Donkosaken großen Einfluss zunächst auf die Entwicklung des Moskauer Fürstentums, später auf das russische Kaiserreich und zuletzt auf das gesamte russische Imperium. Ein jähes Ende fand die stolze Tradition der Donkosaken mit der Russischen Revolution von 1917, denn nach der Machtübernahme der Bolschewiken wurde jede Form der kulturellen Eigenständigkeit brutal unterdrückt.
Dies hatte auch eine Spaltung der Kosaken-Gemeinde zur Folge: Ein großer Teil des stolzen Volkes ging ins Exil, der andere blieb und wurde 1919 fast komplett vernichtet. In diese Phase fällt auch die Geburtsstunde des legendären Don Kosaken Chors: 1921 gründete der unvergessene Sergej Jaroff im türkischen Exil den Chor, den er ohne Unterbrechung bis zu seiner Auflösung im Jahre 1979 leitete. Als die neuen politischen Freiheiten unter Gorbatschow es den Donkosaken ermöglichten, nach jahrzehntelanger Verfolgung wieder in ihre Heimat, an die Ufer des Don, zurückzukehren, kam es im Jahre 1992 auch zur Neugründung des Don Kosaken Chors. Um den Chor schnell auf ein internationales Spitzen-Niveau zu bringen, wurde der niederländische Star-Chordirigent Marcel Verhoeff engagiert, der den Don KosakenChor Russland, wie er nun offiziell heißt, binnen kürzester Zeit wieder zu alter Blüte führte. Alle Mitglieder des Don KosakenChor Russland sind Berufssänger und entstammen alten Kosakenfamilien vom Don, Kuban oder Terek. Sie alle verbindet der Wunsch, die alte Liedkultur und die Traditionen des stolzen Kosakenvolkes wiederzubeleben.
Alte Gesänge und Volksweisen bilden den Schwerpunkt des Repertoires des Don KosakenChors Russland. Begleitet von Balalaika, Domra und Bayan präsentieren die Musiker in ihren Stücken orthodoxe Frömmigkeit bei stillen Stücken wie dem Vater Unser, klassische Balladen, Tänze, vor allem aber bekannte Volksweisen wie das berühmte Kalinka. Mit der Chorkunst der Kosaken ist aber auch die russisch-orthodoxe Religion unzertrennbar verbunden, denn der Besuch der Kathedrale und das Singen im Kirchenchor waren unerlässlicher Bestandteil des Lebens der Kosaken.










